Bericht der Badischen Zeitung

Der Spaß hat Vorrang

 

Bei der Jugendfeuerwehr in Todtmoos sind Jungs und Mädchen gleich stark vertreten.

TODTMOOS. "Der Benni ist da, Ruhe jetzt" – aufmerksam hörten die Mitglieder der Jugendfeuerwehren Todtmoos und Ibach zu, als ihnen Benjamin Ernst, Jugendleiter der Todtmooser Nachwuchswehr, die Aufgaben der Probe erklärte. Alle zwei Wochen treffen sich die Jugendlichen zu den Proben, bei denen ihnen drei Ausbilder all das vermitteln, was sie später im Falle eines Falles können müssen.

 

Die Jugendfeuerwehr Todtmoos wurde im Jahr 1991 gegründet, derzeit gehören ihr zwölf Jugendliche im Alter von elf bis siebzehn Jahren an, sechs Jungen und sechs Mädchen. Von März bis November finden im zweiwöchigen Turnus die Proben statt, an denen auch immer die vier Mädchen der Jugendfeuerwehr Ibach teilnehmen. Da werden Löschangriffe und technische Hilfeleistungen geübt, die Jugendlichen im Umgang mit Greifzug, Hebekissen, hydraulischen Scheren und Spreizern unterwiesen.

Die jungen Feuerwehrleute arbeiten nicht allein, sondern unter Aufsicht ihrer Ausbilder Benjamin Ernst, Robin Zimmermann und Jonas Wasmer, deren Anliegen es ist, den Nachwuchs nicht zu überfordern. Und auch der Spaß an der Sache ist wichtig, der Ernst kommt erst mit 18 Jahren, wie es der Jugendleiter formulierte. Vorher dürfen die Jugendlichen nämlich an Einsätzen nicht teilnehmen. Neben den regelmäßigen Proben steht auch immer wieder die Teilnahme an Wettbewerben auf Kreisebene auf dem Programm und an einem Wochenende, bei dem der Alltag einer Berufsfeuerwehr nachgestellt wurde, hatten alle viel Spaß. Die Jugendlichen seien, erklärte Benjamin Ernst, sehr motiviert, in den Proben seien immer fast alle da. Der Spaß an der Sache ist ein wesentlicher Grund für ihren Einsatz bei der Jugendfeuerwehr, da sind sich alle einig. Für die 14-jährige Heike und ihren zwölfjährigen Bruder Lukas ist es zudem wichtig, anderen zu helfen, denen es nicht so gut geht. Der Vater der beiden ist ebenfalls bei der Feuerwehr aktiv und so war es für sie klar, sich ebenfalls zu engagieren. Die elfjährige Aylin, die Jüngste in der Truppe, hatte das Thema Feuerwehr in der Schule behandelt und daraufhin beschlossen: "Da mache ich auch mit."

Die Aktivitäten der jungen Feuerwehrleute wurden von zwei Kindern aus Ibach sehr genau verfolgt, die sich gut vorstellen können, sich ebenfalls zu engagieren. "Wenn die Pfanne brennt, dann weiß man mehr", begründete die zwölfjährige Melanie ihr Interesse. Neue Mitglieder ab zehn Jahren sind bei den Jugendfeuerwehren Todtmoos und Ibach jederzeit willkommen.